anders

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und wenn wir ehrlich sind

dann kennen wir uns nicht

nicht mal ansatzweise

wer du wirklich bist

weiß ich nicht

ich geb auf

auf zu hassen

was du vorgibst zu sein

und fang an

anders zu sein

 

-Hannah
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Ist okay.

Bleib einfach mal da
Nur für einen Moment.
Weil, wenn du mal hinhörst, dann ist da ein bisschen mehr was ich sagen will.
Keine Ahnung wo es hingeht, wo es sich hin dreht.
Ich will es auch glaube ich gar nicht wissen. Denn es ist okay, wenn es mal keine Richtung hat.
Weil, wenn du mal hinhörst, dann hörst du dich lachen
Und das gefällt mir ganz gut.
Auch wenn es wie so’n Popsong klingen mag
Aber wenn du mich fragst, gibt es nichts besseres
Als wenn du lachst und dich stundenlang um deine eigene Achse drehst
Weil du nicht kapierst, dass es eigentlich ganz nice ist
Nur für einen Moment.
Weil, wenn du mal hinsiehst, dann kann’s passieren, dass es Sinn ergibt.
Aber selbst wenn nicht, ist doch scheiß egal, dann ergibt’s halt keinen.
Dann drehen wir uns weiter um unsere Achse, lachen und sind halt nur da.
Nur für einen Moment.
Weil wir dageblieben sind.

 

-Hannah

Raue Worte

ohneworteblog

Der Wind fegte auch den letzten Teil ihrer Unschuld weg.
Ihr Rock flog über den Bäumen hinweg.
Richtung Süden. Zukunft gab es keine mehr.
Die Kälte hatte sich in ihre Haut gefressen, besetzte ihre Haare mit winzigen Eiszapfen.
Hübsch sah sie aus.
Blass. Die Lippen blau. Wie ihre letzte Nacht.
Erbärmlich? Nein. Ganz und gar nicht.
Irgendwie poetisch.
Eine kleine Prinzessin inmitten von Laub. Gefallen. Alleine und unschuldig.
Lange nachdenken konnte sie nicht.
Als hätte er es gewollt.
Der Wind blies die Sirenen der Polizei herüber.
Sie fanden sie nördlich des Liffeys.
Acht Kilometer weit weg von ihrem Weg, der keine bessere Zukunft versprochen hatte.
Die Kälte machte die Arbeit fast unerträglich.
Hübsch fand er sie.
Erhitzt. Die Lippen waren rot. Wie sein letztes Glas Wein.
Ein Unfall? Ja. Vielleicht.
Irgendwie.
Eine kleine Kurve. Zu schnell geschehen. Plötzlich und bereit.
Lange nachdenken musste er nicht. Sie lag ja da.
Als…

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Raue Worte

Der Wind fegte auch den letzten Teil ihrer Unschuld weg.
Ihr Rock flog über den Bäumen hinweg.
Richtung Süden. Zukunft gab es keine mehr.
Die Kälte hatte sich in ihre Haut gefressen, besetzte ihre Haare mit winzigen Eiszapfen.
Hübsch sah sie aus.
Blass. Die Lippen blau. Wie ihre letzte Nacht.
Erbärmlich? Nein. Ganz und gar nicht.
Irgendwie poetisch.
Eine kleine Prinzessin inmitten von Laub. Gefallen. Alleine und unschuldig.
Lange nachdenken konnte sie nicht.
Als hätte er es gewollt.
Der Wind blies die Sirenen der Polizei herüber.
Sie fanden sie nördlich des Liffeys.
Acht Kilometer weit weg von ihrem Weg, der keine bessere Zukunft versprochen hatte.
Die Kälte machte die Arbeit fast unerträglich.
Hübsch fand er sie.
Erhitzt. Die Lippen waren rot. Wie sein letztes Glas Wein.
Ein Unfall? Ja. Vielleicht.
Irgendwie.
Eine kleine Kurve. Zu schnell geschehen. Plötzlich und bereit.
Lange nachdenken musste er nicht. Sie lag ja da.
Als hätte sie es gewollt.
Er überließ sie der Kälte.

 

-Hannah

Arschloch

Entspann dich!
Lass  doch mal den Stress liegen, den du dir selbst anhäufst auf deinem vollen Schreibtisch, um die Leere in dir zu kompensieren, die da manchmal ist.
Weiß auch nicht wieso. Ich mein, du hast halt einfach keine Zeit für Freunde, Beziehung, Liebe, Zuneigung und so Zeugs.
Gibt viel zu tun für Menschen wie dich. Du mit deinem Anzug, der Hornbrille und den wichtigen Dingen im Kopf.
Und wenn das Handy mal nicht klingelt, mein Gott, was ist denn los? Wieso läufst du umher als suchst du etwas? Wie? Kein Netz?
Mist.
So kann dich die Welt ja nicht erreichen.
All das Business das du machst, macht doch eher dich. Du bist einfach bloß ne Masche.
Du kannst sie alle haben. Für ne Nacht.
Mehr Zeit ist ja auch nicht.
Du bist beschäftigt. Tag ein Tag aus ziehst du dieses widerliche Lächeln nicht aus. Die Haare triefen von deinem neuen Gel. Man muss schließlich gut aussehen. Will ja ankommen, Feedback und so. Komm nimm noch was Parfum. Riechst gut Süßer.
Ist wichtig. Willst ja was werden.
Aber jetzt entspann dich doch endlich mal!
Lehn dich mal zurück und lass dich von dem Scheiß im TV berieseln.
Geht nicht? Wieso? Ach! Fitness.
Ist wichtig. Ausgleich und so.
Hauptsache den Leuten gefällt was sie sehen. Scheiß auf innere Werte, zählt doch alles nicht mehr wie früher.
Ach ja, „Früher“, sagst du abwertend „früher war alles langsamer.“
Fremdwort. Langsam ist nicht schnell genug.
Langsam wäre ja langweilig. Da hätte man vielleicht Zeit. Zeit um mal zu reflektieren was man da für nen Mist produziert.
Aber was gibt’s bei dir zu reflektieren? Ist doch alles bestens. Sieht doch gut aus auf deinem Lebenslauf.
Lücken gibt’s da nicht –  wieso auch? Bezahlst ja genug beim Zahnarzt. Muss alles weiß sein.
Rauchen gegen den Stress. Irgendein Laster muss auch so ein perfekter Mensch wie du haben.
Komm! Schnell noch eine. Ist ja nur ne Nacht.
Tritt drauf. Lass liegen. Ist nicht so wichtig wie dein nächster Termin.
Du rastloses Arschloch.
„Was?“, schreist du gegen den Lärm.

 

  • Hannah

Der Zwischenfall am Little Patriot River

MuricaDie heiße Luft ruhte dick und träge in den Gassen des Hafenviertel am Little Patriot River und Chief Officer Patrick Sullivan O’Brian verließ nur wiederwillig den auf angenehme 20,5°C gekühlten Innenraum seines Landrovers. Leise seufzend, wie nur die perfekt geölten Scharniere eines 220.000$ Dienstwagen es vermochten, schloss die Fahrertür. Police Officer O’Brian adjustierte Hemdkragen, Sonnenbrille und sein gewinnendes Lächeln, und marschierte geraden Schrittes in Richtung Tatort. Sein eigener, beindruckender Schatten eilte gebieterisch voraus, sodass selbst das Unkraut in den Straßenfugen stramm stand und sein, von Original Alaska Mint erfrischter Atem, kühlte die drückende Nachmittagsluft.

„Ein guter Auftritt macht die Show“, pflegte sein Großvater Peter Sullivan O’Brian, seines Zeichens Chief Officer, zu sagen und diese Worte rief sich sein Enkel einmal mehr ins Gedächtnis. Ein letztes Mal noch straffte er die Schultern, fühlte nach dem vertrauten Gewicht des Second Amendment, seiner locker sitzenden Dienstwaffe, und passierte die Absperrung.

Dort, durch den gnädigen Schatten des Saint Georg Denkmals vor der erbarmungslosen amerikanischen Nachmittagssonne geschützt, lag eine bewegungslose Gestalt.

Eine kleine Abteilung überpünktlicher Forensiker hatte scheinbar nicht die Ankunft eines richtigen Ermittlers abwarten können und huschte wie ein aufgescheuchter Haufen weißer Mäuse um das Opfer herum. Zu Officer O’Brians Verärgerung schienen sie keine Notiz von seinem Eintreffen zu nehmen. Doch seine schlechte Laune verflog schlagartig beim Anblick seines Assistenten James Percival Dean, der ihm, einen Kaffee links und eine Schachtel Donuts rechts entgegen kam. Sie grüßten sich kurz, dann nahm der Chief Officer mit professioneller Ruhe die Donuts in Augenschein. Sein Herz machte einen kleinen, patriotischen Hüpfer als er die drei perfekten, runden, fettgebackenen, mit dem Stars’n’Strips Banner verzierten Gebäckstücken entdeckte. Er nahm sich einen Moment Zeit, die 50 Sterne im linken Eck nachzuzählen und als Zuckerguss und Hefeteig seinen Gaumen schmeichelten, meinte er den fernen Schrei eines Weißkopfseeadlers zu hören.

„Ein guter amerikanischer Donut schmeckt nach Freiheit“, pflegte sein Großvater zu sagen, bis er, vielleicht auch weil er den Geschmack der Freiheit so sehr geliebt hatte, im Alter von 66 Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Derart gekräftigt korrigierte Officer O’Brian ein allerletztes Mal seinen mächtigen, mit Uncle Peppergridge Finest Wax gestärkten Schnauzbart, rückte die Dienstmütze in lässige Schräglage und wand sich dem bedauerlichen Grund seines Aufenthalts zu. Ein junger Mann lag auf den Pflastersteinen, ein Dolch ragt zwischen seinen Schulterblättern auf, senkrecht wie ein guter Flaggenmast.

„Mr. Dean“, wand sich der Chief Officer an seinen Assistenten. „Was haben wir hier?“ „Den bedauernswerten Mr. Rick Burt, Sir. Er war Tellerwäscher im einem Lokal auf der anderen Seite des Little Patriot, nun ist er tot.“

„Hervorragende Analyse Mr. Dean, ich hätte es fast nicht besser machen können.“ Gemessenen Schrittes umrundete Police Officer O’Brian den Leichnam zwei Mal und musterte seine Untergebenen mit ernster Miene. „Mr. Dean, wir sind hier fertig. Der Fall bedarf einiger Recherche die keinerlei Aufschub duldet!“

Gemeinsam mit seinem Assistenten, dem er gerade erläuterte, in welcher Form das Wort „heroisch“ am besten in einem Bericht des Einsatzes verwendet werden sollte, verließ er den Tatort und war sich der beeindruckenden Wirkung seines breiten, uniformierten Rückens sehr wohl bewusst. Ein plötzlicher Luftzug, der in der heißen Luft rührte und ein Aushängeschild in schlecht geölten Angeln bewegte, klang verdächtig nach der zweiten Strophe des National Anthems.

„Ein guter Officer zeigt vor allem Präsenz“, pflegte sein Großvater zu sagen und Chief Officer O’Brian war sich sicher ein guter Police Officer zu sein. In Gedanken freute er sich schon auf den eisgekühlten Inhalt der Minibars im Landrover.

-Yannick

Der Prinz und das Schicksal

Es war einmal, in einem Land, jenseits von hier und diesseits von dort, ein junger Prinz von stattlicher Gestalt und bezauberndem Antlitz. Doch die hochwohlgeborenen Eltern wussten ihren Sohn unverheiratet und so grämten sie sich sehr, war ihnen doch der eklatante Mangel nobler Jungfrauen in ihrem bescheidenen Reich bewusst.

Und wie es das Schicksal wollte, drang eines Tages, fern des heutigen, doch nahe eines vergangenen Tages, die Kunde einer entführten und bildschönen Prinzessin an ihre Ohren. Die König verzückt und der König in royal-verhaltener Begeisterung ermutigten ihren Spross dieses Wagnis einzugehen. Dieser jedoch stellte sich eine viel bedeutendere Frage: Wer war dieser Schicksal und weshalb lag es in seinem Interesse jungfräuliche adelige Damen zu rauben und Informationen diesbezüglich zu verbreiten?

Liesen sich die fürchterliche Zahl der Drachentötungen und erzwungener Hochzeiten etwa auf grausames Kalkül eines einzelnen Schurken zurückführen? Mit ungekanntem Eifer beschloss der Prinz dem Schicksal das Handwerk zu legen. Und zum zweiten Male grämte sich das königliche Paar sehr, denn abseits der bildlichen Zurschaustellung von Kummer und Freude, war seine Funktion im Rahmen dieser Erzählung limitiert.

Doch der Prinz sprach: „Fürchtet euch nicht!“, folgte dem Rat eines weisen alten Mannes und bestieg ein Schiff, das etwas westwärts von Nirgendwo ablegte und ihn in drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen ein gutes Stück nördlich von Überall brachte. Des Königs jugendlicher Spross meisterte ein vom Literaturwert bemessene Anzahl kräftezehrender Aufgaben, wo ein jede ihm ein heroisches Charakterattribut abverlangte.

Und wie es das Schicksal wollte, trafen es um Mitternacht im Lichte des vollen Mondes auf der Lichtung eines verwunschenen Waldes auf den Prinzen. Mit den gar grausigen Anschuldigungen konfrontiert, gab das Schicksal ohne viel federlesen seine Missetaten zu und empfahl als weiterführende Lektüre das Buch der Gebrüder Grimm. Dann schallte es den Prinzen und lehrte ihm die wichtigste Regel des Lebens: Ein jeder hat seinen bestimmten Platz in seiner Welt, liege sie nun im hier oder zwischen den Seiten eines Buches. Der junge Königssohn begriff, eilte auf dem ihm bestimmten Pfad seiner ihm bestimmten Prinzessin zur Hilfe und beide lebten glücklich bis an das ihnen vorherbestimmte Ende ihrer Tage.

Das Schicksal lächelte, zufrieden mit sich selbst und dem Ende der Geschichte, setzte einen letzten, kunstvollen Punkt und hob die Feder vom Blatt Papier.

– Yannick